Ulrich Kubisch. Publikationsjahr 1998. Seiten 223. Das Caravaning, das Reisen mit dem Automobil und einem daran angehängten Wohnwagen, war eine 'Erfindung' der Engländer, die aber schon vor dem 1. Weltkrieg weltweit, vor allem natürlich in den USA, Nachahmer fand. Damals, als das Straßennetz kaum ausgebaut und außerdem nicht unbedingt autotauglich war, galt das Ferienmachen im Wohnwagen noch als einsames Abenteuer. Achsbrüche und sonstige Malaisen waren ständig Urlaubsbegleiter. Die Fahrzeuge wurden bestaunt, die 'fahrenden Leute' wie Lebewesen von einem anderen Stern betrachtet - eine echte und heroische Pionierzeit also. In Deutschland begann die Wohnwagenwelle relativ verhalten in den zwanziger und den frühen dreißiger Jahren und erlebte dann in den fünfziger und sechziger Jahren, sowohl in der Bundesrepublik wie in der DDR, einen rasanten Aufschwung. Was vorher noch ein mutiges Unterfangen von Individualisten war, geriet nun zu einer Form des modernen Tourismus: die Wohnwagen wurden größer und komfortabler, an beliebten Urlaubsorten wuchsen ganze Wohnwagensiedlungen und zu Ferienzeiten ziehen sich Karawanen quer durch Europa.
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